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Warum der Wahl-O-Mat keine Hilfe ist

16. September 2017
Warum der Wahl-O-Mat keine Hilfe ist

Pünktlich zur Bundestagswahl, ist auch der Wahl-O-Mat wieder auf jeder Internetseite verlinkt. Doch hilft er uns wirklich weiter?

Was ist der Wahl-O-Mat?

Der Wahl-O-Mat existiert seit 2002 und soll dir dabei helfen, deine Interessen mit denen der einzelnen Parteien abzugleichen, die an der Bundestagswahl teilnehmen. Er funktioniert wie eine App oder wie eine Web-Anwendung, bei der dir einzelne Fragen zu politischen Themen gestellt werden. Diese Fragen kannst du dann mit „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“ beantworten. Die Anwendung wertet dann im Online-Test deine Antworten mit acht von dir gewählten Parteien aus und sagt dir mit wem du die meisten Übereinstimmungen hast. Der Wahl-O-Mat beinhaltet insgesamt 38 Fragen, die dir am Ende einen Gesamteindruck der Wahlsituation verschaffen sollen.

So weit so gut.

Wieso halte ich den Wahl-O-Mat für keine gute Hilfe?

Hier tauchen einige Fragen auf, die meiner Meinung nach nicht genau genug gestellt werden. Auch durch doppelte Verneinungen oder eine zu fachlich ausgedrückte Wortwahl, ist vielen nicht geholfen. Die Anwendung soll vor allem junge Wähler ansprechen, was ist aber wenn die jungen Wähler die Fragen nicht zu 100 Prozent verstehen? Das Ergebnis wird verfälscht.

Was mich auch sehr stört ist die Gewichtung der einzelnen Fragen. Die wenigsten, werden in allen Fragen mit einer Partei übereinstimmen. Aber was ist wenn mir die Umweltpolitik besonders am Herzen liegt? Oder doch die Einwanderungspolitik, die momentan sehr stark in der Diskussion steht? Interessiert es mich dann besonders, was die Partei zu anderen Themen sagt? Ich finde dem Wahl-O-Mat fehlen Gewichtungsmöglichkeiten. Man sollte einstellen können, welche Themen einem wichtig sind, um zu sehen welche Parteien sich damit besonders befassen. Viele werden jetzt sagen: „Ja das kann man am Ende ja noch einsehen.“ Ja, aber am Ende bringt es mir nichts. Sobald eine Prozentzahl auf meinem Bildschirm zusammen mit einem Parteinamen steht, bin ich beeinflusst. Es führt dann kein Weg mehr daran vorbei, dass ich mir Gedanken darüber mache wie es soweit kommen konnte.

Viele Leute beschweren sich online, wie es sein kann, dass bei ihnen oben die NPD steht, obwohl sie sich nie und nimmer mit einer solchen Partei befasst hätten. Wie du siehst, verliert der Wahl-O-Mat so an Glaubwürdigkeit.

Ein weiteres Problem sind für mich die „neutralen“ Stimmen. Neutrale Stimmen, werden ebenfalls einberechnet. Das heißt, wenn dir ein Thema egal ist, oder du dich nicht genau festlegen kannst oder willst, eine andere Partei das selbe tut, dann werdet ihr in einen Topf geworfen. Es ist also nicht deine Meinung zu einzelnen Themen relevant, sondern auch, wenn du schlichtweg keine Antwort darauf hast. Sollten nicht viel eher die klaren und deutlichen Meinungen ausgewertet werden?

Ich habe die bekanntesten Parteien ausgewählt und herausgefiltert wie viele Stimmen als „neutral“ gewertet werden:

  • CDU 8
  • SPD 5
  • NPD 5
  • FDP 4
  • AfD 3
  • Linke 2
  • Grüne 2
  • Piraten 1

Das heißt, wenn mir vieles egal ist, werde ich mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bei der CDU rauskommen als z.B. bei den Piraten. (Ich will hiermit keine Partei bashen oder schlecht reden, ebenso wie ich keine gut reden will. Der Beitrag entsteht aus einer vollkommen sachlichen Perspektive.)

Fazit?

Der Wahl-O-Mat ist mit Vorsicht zu genießen, wenn man sich die Auswertung genauer anschaut und eventuell auch bereit ist, seine Antworten zu analysieren und abzugleichen, kann das ganze eine super Sache sein. Sollte man das ganze nur nebenbei machen, sollte man vielleicht hinterfragen, ob die vorgeschlagenen Parteien tatsächlich das sind wofür man selbst auch steht.

Mir ist der Wahl-O-Mat durch die Unstimmigkeiten nicht genau genug. Für junge Wähler, die eigentlich keine Lust haben sich mit dem Thema zu beschäftigen, kann diese Anwendung also sehr verwirrend sein. Die wenigsten, gucken sich danach noch an welche Fragen mit welcher Partei übereinstimmen und haben dadurch diesen „Aha-Effekt“.

Hier findest du den Wahl-O-Mat, falls du ihn dir mal ansehen möchtest.

Trotzallem ist es unglaublich wichtig zur Wahl zu gehen! Nutz das Recht auf deine Stimme. Deutschland ist ein demokratisches Land und viele Menschen hätten vor Jahrzehnten alles dafür gegeben ihre Meinung sagen zu dürfen. Vorallem für Frauen war das damals undenkbar. Lass dich von niemandem beeinflussen, lass dir genügend Zeit und wähle so, wie du dir vorstellen könntest zu leben. Viele Medien bashen regelmäßig verschiedene Parteien, es ist also wichtig neutral über die Programme zu lesen und dir klarzumachen wofür du selbst stehst. Nicht deine Mutter, nicht deine beste Freundin, sondern du selbst.

 

X 24.09.2017 Bundestagswahl – Save the date!

 

Was hältst du vom Wahl-O-Mat und wirst du wählen gehen?

 

xoxo,

Kristina

 

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