Minimalism

Minimalismus für Anfänger – die Mitte finden zwischen Konsum und Verzicht

8. September 2017

Ein paar Infos zum Minimalismus und warum es sich für jeden von uns lohnt ein wenig minimalistischer zu leben.

Wenn man sich momentan die YouTube-Welt anschaut, spaltet sie sich ziemlich genau auf zwei Lager:

Da haben wir zum einen die Beauty- und Lifestyle YouTuber die einen sehr hohen Konsum anstreben. Jedes Produkt was wir mehr haben, soll uns glücklicher machen und uns einen Mehrwert bringen. Die zweite Seite sind extreme Minimalisten. Sie reden uns ein wir müssten uns von allem trennen und Konsum wäre pures Gift für uns.

Ich selbst bin zwischen diesen zwei Welten hin und her gerissen und weiß manchmal nicht genau wo mein Platz in dieser Aufteilung ist. Oft habe ich Sachen gekauft, war in dem Moment glücklich und habe sie wert geschätzt. Dann nach kurzer Zeit habe ich es bereut und mich gefragt, ob ich nicht doch ein solches „Konsumopfer“ bin.

Wieso nicht einfach in der Mitte treffen?

Früher oder später beschloss ich, mich nicht in eine Rolle drängen zu lassen. Ich kann und muss nicht mit nur 100 Sachen überleben, wie es ein extremer Minimalist tun würde. Gleichzeitig will ich auch nicht, dass meine Wohnung vollgestopft ist. Viele Sachen horten, die mich eventuell nicht glücklich machen, helfen mir einfach nicht weiter.

Was hat mich überhaupt zum Umdenken geleitet?

Ich habe früher viele Sachen gekauft und mich von vielen Trends leiten lassen. Dinge die mir sinnvoll vorkamen, habe ich dankend angenommen wenn sie mir geschenkt wurden. In Dm-Märkten ging ich nie mit einer leeren Tüte raus. Als ich dann aber mein Studium begonnen hatte und in eine kleine 23qm Wohnung ziehen musste, wurde alles anders. Auf 23qm hatte ich eine Küche, meinen Schlafbereich, mein Bad und meinen Arbeitsbereich. Es war ein bisschen wie ein Hotelzimmer, für eine Nacht gemütlich, aber auf Dauer etwas beengend. Ich kam also mit meinem ganzen Hab und Gut in diesem Appartement an und wusste nicht wohin mit dem Kram. Alles war eng gestellt, möglichst nah aneinander gereiht und, alles in allem, ungemütlicher denn je. Als ich eines Tages wieder Staub wischen wollte, tausend Sachen hochheben musste, und dann vor lauter Platzmangel mein Lieblingsparfüm auf dem Boden zerschellte, war es endgültig vorbei.

Meine Reise zum minimalistischeren Leben

Ich holte alle meine Beautysachen zusammen und schaute sie kritisch an. Ich nahm mir vor, mir erst neue Sachen zu kaufen, wenn ich die anderen halbwegs aufgebraucht habe. Meinen Kleiderschrank stellte ich ebenfalls komplett auf den Kopf. Alle Sachen die ich nicht mehr wollte, versuchte ich über Ebay zu verkaufen. Einiges klappte, anderes weniger. Bei meinen Eltern angekommen suchte ich auch da Sachen heraus, die ich verkaufen könnte. Ich brauchte in der Zeit viele Sachen auf, guckte mir zur Motivation Videos auf YouTube an und las Bücher zum Thema ausmisten.

Letztendlich bin ich nun so weit, dass ich sage: Ich konsumiere immernoch gerne. Aber nur die Sachen die mich auch wirklich glücklich machen. Meine Wohnung wird niemals komplett leer und steril, wie ein Krankenhauszimmer sein. Aber ich möchte bewusst darauf achten, was ich mir nach Hause hole. Ich habe zum Beispiel mit über 80 Flaschen Nagellack angefangen. Heute sind es vielleicht noch 10. Meine 30 Handtaschen sind zu 5 geworden. Auf Ebay habe ich über 200 Sachen verkauft in den letzten 2 Jahren. Ich werfe nicht einfach Dinge wahllos weg, nur um eine niedrigere Anzahl an Sachen zu besitzen. Minimalismus ist kein Wettbewerb. Minimalismus soll dich glücklich machen.

Tipps für absolute Anfänger auf diesem Gebiet:

Lass dich nicht unter Druck setzen! Schau einfach gleich heute mal in eine deiner Schubladen rein, oder in deinen Kleiderschrank oder wo immer du möchtest und such dir 2-3 Dinge raus die du absolut nicht mehr magst. Egal ob sie kaputt sind, dich an irgendwas negatives erinnern oder du sie einfach nicht mehr benutzt. Wirf sie weg oder verschenk sie. Sollten die Sachen noch an Wert besitzen, dann kannst du auch versuchen sie zu verkaufen. Lass dir nicht die Luft zum Atmen nehmen, von Dingen die du eh nicht magst. Denk immer daran, je weniger Dinge du besitzt, desto weniger musst du auch aufräumen. 🙂

Auf meinem Blog möchte ich eine kleine Minimalismus-Serie starten, denn ich finde solche Beiträge auch bis heute noch sehr motivierend.

Schreib mir gerne welche Themen dich hier besonders interessieren.

xoxo,

Kristina

  1. Ich finde es richtig schön, dass du so ein ernsteres und wichtiges Thema ansprichst. Ich finde gerade die YouTube/ Instagram/ Blog Welt verleitet einen oft zum schnellen Konsum. Das habe ich bei mir leider auch schon manchmal merken müssen. Bei mir geht es aber mittlerweile schon wieder etwas besser. Das hat sicher auch mit dem Umzug in meine kleine Studentenwohnung zu tun. Wenn man nicht so viel Platz hat dann kann man einfach auch gar nicht soviel ansammeln 😀 Und 2x im Jahr sortiere ich v.a. meinen Kleiderschrank richtig stark aus und verkaufe dann alles am Trödelmarkt – das ist ein echt befreiendes Gefühl ! xxx

    1. Vielen Dank Anna und wirklich schön, dass du es auf meine Seite geschafft hast 🙂
      Finde es auch am Besten, die Sachen zu verkaufen. Habe dann irgendwie das Gefühl ich könnte mich leichter davon trennen, auch wenn es nur ein symbolischer Euro ist den ich dafür kriege.

      Ganz liebe Grüße!

  2. Liebe Kristina,

    mit diesem Artikel sprichst du mir total aus der Seele. Ich habe mir auch schon mal Gedanken darüber gemacht und zähle mich weder zu dem einen Extrem noch zu dem anderen. Ich finde, es kommt immer darauf an, mit wem man sich vergleicht. Im Vergleich zu denen, die total viele Sachen besitzen, bin ich sehr minimalistisch. Vergleiche ich mich aber mit den wirklich extremen Minimalisten, so bin ich von deren Lebensweise sehr weit entfernt und möchte auch gar nicht so krass minimalistisch leben. Ich sehe mich also, genau wie du, irgendwo in der Mitte.

    Was ich auf jeden Fall sagen kann: Weniger macht mich definitiv glücklicher! Ich mag es nicht massenweise Sachen zu horten und miste regelmäßig aus. Ich liebe dieses Gefühl einfach, es ist total befreiend! Auf der anderen Seite gönne ich mir aber auch gerne etwas – sei es Kleidung, Kosmetik usw. (übrigens bin ich bei Kosmetik noch minimalistischer als bei Kleidung und liebe es, diese aufzubrauchen). Nur wähle ich meine Sachen immer sehr gezielt aus und mache mir vorher schon Gedanken, was ich wirklich brauche. Ich versuche mir nur Sachen zu kaufen, bei denen ich weiß, dass ich sie definitiv tragen/nutzen werde. Für mich ist es immer wichtig, dass mich die Dinge wirklich glücklich machen, ich sie gebrauche und wertschätze.

    Aber egal, für welche Lebensweise man sich auch entscheidet, ich finde, am Ende zählt nur, dass es einen selbst glücklich macht! 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Irina vom Blog nicenbeautiful.blogspot.de

    1. Liebe Irina, es freut mich, dass du auch so denkst wie ich. Ich bin auch sehr wählerisch geworden, sowohl in Sachen Kleidung, als auch bei Kosmetik. Seit ich blogge ist es aber komischerweise auch wieder etwas mehr geworden, hält sich aber alles noch in Grenzen. 🙂

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